Einem Tschernobyl des Terrors vorbeugen

Aus Anlass des Jahrestags von Tschernobyl, am 26. April, erklären die SprecherInnen der Bundesarbeitsgemeinschaft Energie von Bündnis 90/Die Grünen, Hartwig Berger (Berlin) und Simone Peter (Bonn):

Die Gefahr eines durch Terror herbeigeführten SuperGAUs nimmt mit der politischen Eskalation im Mittleren Osten weiter zu. Das zu verdrängen, ist leichtfertig: Alle Länder, die Atommeiler betreiben, müssen daher Vorsichtsmassnahmen treffen – oder die Anlagen schließen.

Wir erinnern an den Vorschlag unserer Bundes-Arbeitsgemeinschaft, beschlossen am 7. Februar 2004, die fünf besonders riskanten Meiler Brunsbüttel, Philippsburg1, Isar 1, Biblis A und Obrigheim unverzüglich abzuschalten. Diese Anlagen würden keinem Flugzeugangriff widerstehen können. Die Betreiber könnten die Schließung mit längeren Laufzeiten jüngerer Kraftwerke verrechnen.

Aber auch Atomkraftwerke mit dickerer Wandung sind vor einer Atomkatastrophe durch Terror nicht wirklich geschützt. Alle Betriebsgenehmigungen müssen daher an die Auflage umfassender Nachrüstungen geknüpft werden. In Betracht kommt vor allem der Bau einer zweiten Betonhülle um den Reaktor.

Pläne der Vernebelung bei Angriffen sind dagegen eine eher lächerliche Geste der Hilflosigkeit. Statt Nebel zu werfen, sollten die Landesregierungen vorsorglich Jodtabletten für den Fall eines Ernstfalls verteilen.

Ein SuperGAU hält sich nicht an Landesgrenzen. Wir schlagen daher eine EU-weite Initiative mit dem Ziel vor, Schutzmaßnahmen und vorzeitige Schließungen gegen den Terror für alle Atomanlagen in Europa zu vereinbaren.

Berlin/Bonn, 23.04.04

Kontakt:
Hartwig Berger, 030-31800406, 030-3131730; 0163-7560161

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