ein wegweisendes Gespräch mit dem Chefökonom der IEA – Internationale Energieagentur, Fatih Birol

Astrid Schneider, Sprecherin der BAG Energie:

Ich habe in meiner Funktion als Sprecherin der BAG-Energie und mit meinem Hintergrund als Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der von Hans-Josef Fell gegründeten Energy Watch Group ein wegweisendes Gespräch mit dem Chefökonom der IEA – Internationale Energieagentur, Fatih Birol geführt zum Thema der Ölversorgung.

Es erscheint am Dienstag in der ‚IP-Internationale Politik‘ und ist schon online unter:

https://www.internationalepolitik.de/

Wichtigste Ergebnisse:

Die IEA räumt erstmals Versorgungslücken von ca. 15% des Weltölbedarfs bis 2015 ein
der beobachtete Abfall der Ölförderung aus den existierenden Feldern beträgt 3,5- 4,2% jährlich
die IEA untersuchte bereits alle 230 aktuell in Realisierung befindlichen neuen Förderprojekte, die resultierende Gesamtkapazität der Weltölförderung ist trotzdem auch unter Berücksichtigung dieser Projekte zu gering
auch unkonventiionelle Öle wie kanadische Ölsande tragen nur dazu bei, dass die Ölförderung nicht noch steiler abfällt, schaffen aber keinen Ersatz und keinen Zuwachs
Substanzieller Zuwachs in der Ölförderung müsste laut IEA vor allem aus den OPEC-Staaten kommen, dort wird aber zu wenig investiert.
Laut Birol befinden wir uns im ‚Blindflug‘ bezüglich der Daten über die noch vorhandenen Ölvorräte insbesondere in den OPEC Staaten, aber auch bezüglich der privaten Ölgesellschaften.

Die Datenlage ist intransparent, die IEA fordert daher mehr Transparenz.

Birol geht davon aus, dass die OPEC-Staaten auch bei einer möglichen Überschätzung ihrer Reserven noch in ihrer Fördermenge ca. 50% zulegen könnten bei entsprechenden Investments, jedoch geht er zugleich davon aus, dass das nicht die Förderpolitik der Ölländer ist, sondern dass diese mehr Öl für ihre Kinder lassen wollen
Gegeben durch Geologie, Förderpolitik und zu geringem Investment werden wir daher bis 2015 gegenüber dem prognostizierten Weltölverbrauch eine Lücke von 12,5 Millionen Barrel pro Tag, das sind rund 15% des heutige Weltölverbrauches haben.
Im kommenden World Energy Outlook, welcher im November 2008 erscheint, will die IEA zur genaueren Lagebeschreibung daher die 350 größten Öl- und Gasfelder der Welt in ihren Fördermengen untersuchen.
Zudem sagt die IEA dass sie im Herbst 2007 die Regierungen bereits ausdrücklich gewarnt hat vor einem ‚Supply-Crunch‘ – einer Versorgungskrise und läutet daher laut die Alarmglocken
Birol fordert einen raschen Politikwechsel hin zu mehr Energieeffizienz und weg vom Öl: „Wir sollten das Öl verlassen, bevor das Öl uns verlässt“

Peak Oil, wie ihn die Energy Watch Group für 2006 annimmt ,wird zwar nicht ausdrücklich bestätigt, jedoch im Effekt und mit leicht anderen Begründungen dargestellt. Rein theoretisch könnte sich die Lage nach 2015 zwar ändern, wenn sich Förderpolitiken, Investments etc. ändert, ……- aber bis dahin wird ein ähnlicher Effekt beschrieben, – jedoch gegenüber dem von der IEA in den Verbrauchsszenarien beschriebenen steigenden Bedarf.

Bitte findet anbei:

– Das Gespräch in der IP (PDF-Datei)

– die IP Pressemitteilung (PDF-Datei)

Reaktionen:

  • n-tv wird heute Nacht auf der website eine Meldung bringen.
  • Franz Alt bringt es heute

Viele Grüsse,

Astrid Schneider

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