Atomanlagen weltweit – eine Kurzdarstellung

(Europa – Asien – Afrika – Australien – Amerika)

Dieter Kaufmann: im Anhang findet ihr meinen aktualisierten Vortrag den ich auf der Bundeskonferenz der deutschen Anti – AKW – Bewegung in Meuchefitz / Wendland am 24. bis 26. September und auf dem Internationalen Symposium der Anti – AKW – Bewegung in Linz am 1. und 2. Oktober 2004 in der Arbeitsgruppe „Ausstiegsszenarien – antiatomare Kampagnen“ gehalten habe. Möglicherweise erscheint der Artikel auch in der nächsten Ausgabe der Zeitung anti atom aktuell.

Zu Europa gibt es eine prima Übersicht bei GLOBAL 2000 in Wien
https://www.global2000.at/index3.htm?/wim/view.php%3Fpagepath%3D/pages/tatomrumaenien.htm

Europa

In Irland, Luxemburg, Dänemark und Norwegen wurde das Atomprogramm von der Anti-AKW-Bewegung verhindert. In Österreich (1979) und Italien (1987) hat eine Volksbefragung das Atomprogramm gestoppt. Im ersten Halbjahr 2006 übernimmt Österreich turnusmäßig die EU-Ratspräsidentschaft. Dabei ergibt sich für Österreich die einmalige Chance, das Thema „Euratom-Revisionskonferenz“ auf die Tagesordnung zusetzten.

In folgenden Ländern gibt es Atomkraftwerke (AKW) in Belgien (7), Deutschland (18), Schweiz (5), Frankreich (59), Spanien (9) und Schweden (11)

England: (27) Weitere AKW sind nicht geplant. Die Weiterentwicklung ist Atomenergie ist unklar. Bei einer Urananreicherungsanlage UAA in Capenhurst kündigte die Atomfirma BNFL 2001 überraschend an die UF6 Anreicherung am 31.03.2006 zu beenden und die dann noch laufende Verträge auf die Uranfirma Cameco aus Kanada zu übertragen.

Niederlande: (1) Eine UAA in Almelo. Ein „Ausstieg“ aus der Atomenergie ist beschlossen.

Finnland (4), Litauen (2), Ukraine (13/2), Tschechien (6), Slowakei (6/2), Rumänien (1/1) und Bulgarien (4) haben AKW und wollen das Atomprogramm ausbauen. Polen plant ein AKW bis 2020, Türkei hat kein AKW, will aber ein Atomprogramm auf den Weg bringen. Ungarn (4), keine Infos über einen Ausbau des Atomprogramms. (Zahl 1, AKW in Betrieb, Zahl 2 in Bau, Zahl 3 in Planung) siehe auch www.atomstopp.com

In die EU kommen 2007 Rumänien (1/1), Bulgarien (4/1) und möglicherweise auch das Land Kroatien. Für später versprochen ist das den Ländern: Rest – Jugoslawien, Albanien, Mazedonien und Türkei. Gerne in die Europäische Union möchten die Länder Georgien, Armenien (1) und Aserbaidschan (Azerbaijan).
Weißrussland und Ukraine (13/2) können im Augenblick nicht aufgenommen werden, da die beiden Länder keine rechtsstaatliche und demokratische Strukturen haben. In der Ukraine wurde ein Atomkraftgegner bereits ermordet. Der Hintergrund war allerdings sehr undurchschaubar.

Slowenien: (1). Im Krieg auf den Balkan in den 90er Jahren, war das AKW mehrfach gefährdet bombardiert zu werden. Die Länder Griechenland, Zypern, Malta und Portugal hatten nie ein Atomprogramm geplant.

Russland: (30/4) Die politische Arbeit in diesem Land ist aktuell für die Opposition und damit auch für AtomkraftgegnerInnen sehr schwierig. Demonstration und Aktionen werden in der Regel verboten. Gleichgeschalte Medien. Demokratie nicht vorhanden. Im europäischen Teil stehen die meisten AKW, im asiatischen Teil wird Uran abgebaut. Urananreicherungsanlagen vorhanden. (Zauralsk Distrikt, Kurgan Region, Transural, West Sibirien, u.a.) Ein Endlager ist geplant im Nordmeer auf der Insel Nowaja Semlja, wenn die EU oder USA das bezahlen. Vorplanung durch die DBE. Der aktuelle Stand ist nicht bekannt. Russland hat das UN – Klimaprotokoll von Kyoto unterschreiben, das damit in Kraft tritt.

Armenien: (1) 1982 explodiert im AKW ein Generator am AKW – Standort Metsamor. Die Reaktormannschaft flüchtet panikartig aus dem Atomstandort. In der Sowjetunion mussten damals Reaktorfahrer aus den Betten geholt und mit Flugzeugen und Hubschraubern zum AKW gebracht werden. Der Supergau konnte gerade so noch abgewendet werden. 1988 wurden die AKW durch ein starkes Erdbeben beschädigt, wie das ganze Land auch. Die Reparaturarbeiten zogen sich hin. Nach langer Zeit wurde ein AKW 1995, trotz Bedenken von westlichen Atomexperten wiederangeschaltet, wegen Energiemangel in Armenien. Neue AKW sind in Planung.

Israel: Es gibt ein AKW. Israel hat nicht offizielle alle Arten von Atombomben. Wer sich im Land mit dem Atomprogramm beschäftigt, steht mit einem Bein im Gefängnis. Deshalb gibt es dazu keine weiteren Informationen. So ist auch nicht bekannt, ob das AKW auch zur Energieversorgung des Landes zur Verfügung steht. 1981 bombardierte die israelische Luftwaffe das bereits fertiggestellte AKW im Irak. Es sollte gerade in Betrieb gehen. Ob die Brennelemente schon auf dem Gelände waren ist unbekannt.

Asien

Irak: Bau eines AKW mit Hilfe der französischen Regierung. Das AKW wurde 1981 von Israel zerstört. Der Irak hat nicht darauf reagiert. Er hatte 1980 gerade einen Krieg mit dem Iran begonnen der bis 1988 dauerte. Das Ziel damals, die iranischen Ölfelder, die unmittelbar an der iranischen und irakischen Grenze liegen. Waffenlieferungen der USA an beide Kriegsparteien. Das Giftgas wurde illegal von deutschen Firmen an den Irak geliefert. Nach dem Ende des ersten Golfkrieges, Giftgaseinsätze 1988 gegen die kurdische Bevölkerung im Norden des Iraks. Da die Finanzmittel durch den langen Krieg erschöpft waren, griff Saddam 1990 Kuwait an um an deren Ölquellen zu kommen. Er scheiterte 1991 durch das Eingreifen der USA und viele anderen Staaten. 2002 wurde das Regime von Saddam durch einen weiteren Krieg beendet. Frieden gibt es im Irak bis heute nicht. Es ist völlig offen, wie es da weiter geht, das stört den weltweiten Ölhandel erheblich.

Iran: Geplanter Bau von zwei AKW in Buschehr, eine Hafenstadt. In den 70er Jahren wurde durch die Siemens AG an dem ersten AKW gebaut. Als die islamische Revolution 1979 ausbrach, wurde die Baustelle aufgegeben. Die AKW Baustelle erlitt Kriegsschäden im Golfkrieg von 1980 bis 1988. In den späten 90er Jahren übernahmen die Russen das AKW und setzten den Bau des AKW weiter fort. 2003 sollte es in Betrieb gehen, jetzt ist das Jahr 2006 genannt worden. 2004 hat der Iran und Russland einen Vertrag abgeschlossen um weitere AKW zu bauen. Der Iran hat den USA im Juli 2004 mit Krieg gedroht, mit einen Präventivschlag. Die USA haben der Regierung vom Iran ein Ultimatum bis zum 25.11.2004 gesetzt aus der Urananreicherungsanlage auszusteigen. Ein zweites Atomkraftwerk soll auf jeden Fall gebaut werden, eine konkrete Zahl wurde nicht genannt. Zehn Prozent der Energieversorgung will der Iran über die Atomenergie abdecken. 2005 soll das AKW mit Brennelementen bestückt und der Probebetrieb beginnen. Seit Monaten droht die Regierung in Tel Aviv (Israel) mit einem präventiven Luftangriff gegen iranische Atomanlagen, obwohl sie damit gegen die UN-Charta verstoßen würde. Ein Angriffsplan liegt in den Schubladen bereit und wird ständig den sich verändernden Lagebedingungen angepasst. Außerdem haben die Israelis den iranischen Atomreaktor Buschehr in der Negev-Wüste im Modell nachgebaut. Hier trainieren israelische Luftwaffenpiloten den exakten Bombenabwurf. Mit der Aktion wird für das Jahr 2005 gerechnet.

Turkmenistan? , Usbekistan, Tadschikistan? und Kirgisistan. Der Uranabbau wurde schon zu UdSSR Zeiten durchgeführt. Das Uran wird heute nach Russland und in die EU geliefert. Es wird auch ständig über Atommülllagerung geredet. Die Uranabfälle bedrohen das bevölkerungsreichste Fergana – Tal. Eine Sanierung der rund 170.000 cbm Uranmüll wurde eingeleitet. Russland, die USA und die Weltbank stellen 9,5 Millionen USD zur Verfügung. In Kasachstan gibt es auch Hinterlassenschaften durch die Atombombenversuche der UdSSR.

Kasachstan: Uranabbau und eine Uranaufbereitungsanlage. Ein Schneller Brüter am Standort Aktau am Kaspischen Meer seit 25 Jahre in Betrieb, 150 MWe mit Prozesswärme für eine Entsalzungsanlage von Meerwasser. Er wurde 1999 stillgelegt.

Pakistan: (2), illegales Atomwaffenprogramm wegen Kashmir im Konflikt mit Indien. Uranabbau wird durchgeführt. Keine weiteren Informationen.

Indien: (14/8/24), illegales Atomwaffenprogramm Streit um die Region Kashmir mit Pakistan. Teilweise heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei um einzelne AKW-Standorte mit Schusswaffeneinsatz, dabei starb ein 13 jähriger Junge. In den Uranabbaugebieten gibt es ständige Konflikte mit der Urbevölkerung, die ihren Lebensraum verteidigen und in der wirtschaftlichen Entwicklung an den Rand gedrängt werden. Mines Minerals and People: www.mmpindia.org

Sri Lanka: In den 90er Jahren wurde die Planung von AKW erwogen, jetzt ist bei Colombo ein Dieselmotorkraftwerk in Bau, ich glaube 100 MW.

Vietnam: (0/0/1) Das Land hat im Jahre 2001 eine Vorstudie zum geplanten Bau eines AKW erstellt, das im Jahre 2020 in Betrieb gehen soll.

Libanon, Jordanien, Syrien, Saudi-Arabien, Jemen, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait, Nepal, Butan, Bangladesch, Laos, Kambodscha, Papua Neuguinea und die Mongolei (Uranabbau) planen und bauen vermutlich keine AKW. Darüber gibt es keine weiteren Informationen. Über die Energieversorgung in den Ländern ist wenig bekannt.

Myanmar (Burma, britischer Name): Es gibt keine Informationen über dieses Land, was die Energieversorgung angeht.

Thailand: Planungen von AKW, diese musste 1997 in der Asienkrise eingestellt werden. 2003 hat die US-Regierung Bush Thailand den Bau von AKW angeboten um zu zeigen, dass die US Regierung auch für Klimaschutz ist, obwohl sie bis heute das Kyoto Protokoll nicht unterschrieben hat.

Malaysia: Malaysia will mehr Kohle als Erdgas verstromen und außerdem den Bau des umstrittenen 2,4 GW Bakun – Staudamms (Ostmalaysia) forcieren. AKW-Pläne sind nicht bekannt.

Indonesien: Die Regierung entwickelt seit Anfang der 80er Jahren, dass wissenschaftliche  Forschungs- und Technologie Zentrum Puspitek, mit einen von der BRD gelieferten Mehrzwecknuklearreaktor MPR 30. Konkreter wurden diese Atompläne in den 90er Jahren. Durch die Asienkrise 1997 wurde gerade Indonesien besonders hart getroffen. Weite Teile der Bevölkerung verarmten. Die AKW Pläne mussten zurückgestellt werden. Jetzt in diesem Jahr plant die Regierung zusammen mit dem koreanischen Energieversorger zwei 100 MW AKW auf der Insel Mandura. Studien zur Errichtung de AKW – Muria Park, zwölf AKW mit 600 MW, auf der Insel (Central) Java in einer Bucht der Halbinsel Muria / Zentraljava wird voran getrieben. Geplante Inbetriebnahme 2016. Ob Russland auch AKW nach Indonesien liefert ist noch nicht entschieden, die Duma befindet sich noch im Entscheidungsprozess. Der Konflikt mit Osttimor seit 1975 wurde durch Intervention der UNO im Jahre 2002 beendet. Australien schickte damals das größte Kontingent an Soldaten, neben der USA und andere, beteiligte sich auch Deutschland daran. https://www.angelfire.com/or/giat/#stop

Singapur: Ist möglicherweise an dem Atompark in Indonesien mit den zwölf Atomkraftwerken beteiligt, da es etwas schwierig so etwas in dem Stadtstaat zu bauen. Die Information konnte nicht überprüft werden.

Australien: Atombombenversuche in den 50er Jahren. Uranabbau. Australien hat die größten Uranreserven. Ein Forschungsreaktor, der abgeschaltet ist. Ein geplantes Atommülllager im Outback von Südaustralien, dass ist erst einmal juristisch verhindert. www.iratiwanti.org Viele, viele Demos seit den 70er Jahren gegen den Uranabbau im ganzen Land. Ein Eisenbahnergewerkschaftsboykott gegen den Uranabbau, so das die Regierung, nach vielen heftigen Auseinandersetzungen mit der Bevölkerung, später beschloss, dass immer nur drei aktive Uranminen ausgebeutet werden solle. Ständige Konflikte mit der Urbevölkerung, den Aborigenes, um Landrechte seit den 70er Jahren. Aber immer mehr Gerichtsentscheidungen, die zugunsten der Aborigenes ausfallen und die Rückgabe von Land anordnen. Der letzte für uns erst einmal erfolgreiche Sieg war der Stopp des Uranabbaus in der geplanten Uranmine Jabiluka im Norden. Der Widerstand war sehr lange, sehr heftig und weltweit. www.mirrar.net und www.foe.org.au oder www.acfonline.org.au
Eine neugebaute Eisenbahnlinie, in diesem Jahr eröffnet, die längste auf der ganzen Welt in Süd-Nord Richtung von Adelaide im Süden nach Darwin im Norden, hat rein wirtschaftliche und strategische Gründe. Australien hat sich sehr lange überhaupt nicht um Asien gekümmert und war immer auf die USA und Europa fixiert gewesen. Das hat sich gründlich geändert. Der Hafen in Darwin wird ausgebaut. Atomkriegsschiffe der USA liegen ständig vor Anker. Die australische Regierung sieht sich als neue Ordnungsmacht in Asien. Auf den Inseln nördlich von Darwin könnte sich auch Uran befinden, eine geologische Untersuchung hat aber noch nicht stattgefunden. Diese letzte Information konnte nicht überprüft werden. www.urg.org.au

Neuseeland: Die grüne Insel. Keine Atomkraftwerke. Atomkriegsschiffe und Atom-U-Boote haben Hausverbot auf der Insel. Das wurde von der Bevölkerung in den 70er und 80er Jahren von der Regierung erkämpft. AKW, wenn sie dort jemals in Planung waren, hatten keine Chance. Wirtschaftlich stabil, es wird auf sanften Tourismus gesetzt und natürlich auf landwirtschaftliche Exporte nach Asien und Europa.

Philippinen: Früher spanisches Kolonie. Spanische Namen haben die Menschen und viele Städte. Amtssprache dürfte aber Englisch sein. 1899 erobern die USA die Philippinen. 370 Jahre hatten sich die Spanier auf den Inseln festgesetzt. Sündenfall der USA. Die USA werden zur Kolonialmacht. Besetzung durch die Japaner im 2. Weltkrieg, Rückeroberung durch die USA. Im Vietnamkrieg Flugzeugträger der USA. 1974 werden unter dem Diktator Marcos vom US – Energiekonzern Westingshouse zwei AKW auf der Halbinsel Bataan geplant, direkt 90 km vom Vulkanfeuergürtel des Manila Grabens entfernt, 20 km weiter liegt die US Base der 7. US – Flotte. Vereinzelter Widerstand zuerst gegen das AKW-Projekt. Menschen verschwanden in den Gefängnissen, deren Schicksale nie aufgeklärt werden konnten. 1980 Gründung der Nuclear Free Philippines Coalation (NFPC). Ein besser organisierter Widerstand war die Folge. 1983 gibt einen ersten großen Kongress der NFPC. In einer Erklärung heißt es: „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Bewegung für (nationale) Unabhängigkeit und Demokratie untrennbar von der für ein atomfreies Philippinen ist. … Wir erklären unsere Solidarität mit der internationalen Anti-AKW-Bewegung und mit der imperialistischen Friedensbewegung, besonders mit der Bewegung für eine atomfreie und unabhängige Asien-Pazifik-Region.“ Der Widerstand richtete sich immer wieder gegen die Anwesenheit der 7. US – Flotte. Die Anti-AKW-Bewegung war ein wesentlicher Teil der Demokratiebewegung. Die Demokratie konnte später unter vielen Opfern errungen werden. Die Einheiten der 7. US-Flotte wurden abgezogen und die US Base aufgegeben. Am AKW wurde weitergebaut. Ob und wann es in Betrieb gegangen ist? Kontakt: Corazon Valdez-Fabros, Email: no-nukes-asia@netasia.net und https://www.nfpc.nonukesasiaforum.org/

Taiwan: (6/2) In der Militärdiktatur wurden sechs AKW gebaut. In den 80er Jahren wird die Anti-AKW-Bewegung durch einen Taiwanesen gegründet, der in Westdeutschland studiert hatte und Mitwirkung an der Demokratiebewegung. Ein Atommüllendlager auf einer Insel mit der Urbevölkerung konnte verhindert werden. Taiwan soll einen „Atomausstieg“ nach Vorbild der BRD beschlossen haben. Der atomkritische Präsident Chen wurde vor kurzem wiedergewählt und hält am „Atomausstieg“ fest. Es gibt ein Regierungsamtliches Programm: „Atomfreies Heimatland Taiwan“. Wie die Anti-Atom-Bewegung dazu steht ist nicht bekannt. Taiwan vertritt eine offensive Strategie für die Erneuerbaren Energien. Ein Endlager soll 2036 in Betrieb gehen. Die Erdbebengefahr ist dort akut.

Nordkorea: (0/2/0) Ein AKW vermutlich für das Atomwaffenprogramm. Genaue Informationen sind nicht zu bekommen. Illegale Atomwaffen. Konflikt mit der USA.

Südkorea: (19/1/9). US Truppen im Land. Die Atomstandorte konnten nur in der Militärdiktatur durchgesetzt werden. Nach der erfolgreichen Demokratiebewegung in den 80er Jahren konnte jeder weitere AKW-Standort verhindert werden. Die Regierung ist gezwungen an den bestehenden Standorten weiterzubauen. Ein Endlager für Atommüll wurde im letzten Jahr durch heftigen Widerstand verhindert. https://english.kfem.or.kr/

Japan: (53/4/12) Ein rohstoffarmes Land, fast alles muss importiert werden. Deshalb setzte die Regierung schon immer auf die Atomenergie. Eine Anti-AKW-Bewegung gibt es seit den 70er Jahren. Einige heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei in Onagawa und Koji, viele Demos in den verschiedenen Städten. Die Anti-AKW-Bewegung ist klein, war aber immer aktiv. 1993 fand ein zufälliges Treffen mit einzelnen Menschen aus den beiden Anti-AKW-Bewegungen in Frankfurt am Main mit dem AK statt. Eine UAA ist in Japan in Betrieb. Die Erdbebengefahr für das ganze Land ist vorhanden. https://cnic.jp/english/index.html

China: (8/4/32) Uranabbau in Tibet und im Westen von China, dort werden die Uiguren brutal unterdrückt (auch weil sie dem moslemischen Glauben angehören). Ein Atomwaffenzentrum gibt es dort und die Raketenabschussrampen. Von der Exilregierung Tibet wurde 2000 in einem Report geschätzt, dass 1992 etwa 10.000 Arbeiter in den Uranminen arbeiten. In der Nähe nuklear belasteter Gebiete wurden Gefangenenlager errichtet. Die Gefangenen müssen radioaktives Erz fördern und die Atomtestgebiete betreten. Eine UAA dürfte vorhanden sein. Rund fünfzig Minderheiten leben in China. Die Demokratiebewegung wurde 1989 blutig niedergeschlagen. Die wirtschaftliche Entwicklung findet im Süden und an der Küste statt. (AKW-Standorte Tianwan, Daya Bay, Qinshan und Ling Ao) Der Atomstromanteil beträgt zwei Prozent am gesamten Energieverbrauch von China. Ab 2005 plant China jedes Jahr zwei AKW bis 2020 zu bauen. Die Energieversorgung liegt auf Kohle, davon hat China reichlich. Die Wasserkraft wird ausgebaut. (Der umstrittene „Drei Schluchten Staudamm“) China saugt neben den USA jeden Tropfen Öl vom Weltmarkt. Trotzdem sind Stromabschaltungen an der Tagesordnung. Viele Betriebe arbeiten bei Nacht. China hat ein aktives Programm für die Einführung der Erneuerbaren Energien aufgelegt. In 15 Jahren sollen 10% aus EE kommen. Als Vorbild dient das EEG aus der BRD. Eine Umweltbewegung gibt es nicht.

Pazifische Inseln: Immer wieder werden mal einige genannt auf denen Atommüll gelagert werden sollen. Das ist aber nie konkret oder es verläuft sich im Sande.

Afrika

Südafrika: (2) 1982 Sprengstoffanschläge auf die in Bau befindlichen beiden AKW durch den ANC. Die beiden AKW laufen seit etwa 1984 / 1985. Gebaut von Framatome. Nach der Regierungsübernahme um 1993 durch freie Wahlen setzt der ANC voll auf die Atomenergie, entwickelt einen „angepassten“ HTR mit Hilfe aus Jülich. Das neue AKW mit etwa 100 MW soll in ganz Afrika und Asien verkauft werden, als „Exportschlager“. Die BNFL ist am Stromversorger Eskom mitbeteiligt. Uranabbau wird im Land durchgeführt. https://www.earthlife.org.za/

Uranabbau in Namibia (Rössing Mine) Niger (Cogema), Gabun (alle Uranminen geschlossen), aber es gibt einen Naturreaktor in Oklo, der vor zwei Millionen Jahre entstand, der 500.000 Jahre in Betrieb war und 100 KW erzeugte. Kongo (Uranmine geschlossen, Bürgerkrieg? Keine Infos über den aktuellen Abbau), Sambia (Uranmine), Malawi (Uranmine wird von australischen Urankonzernen ausgebeutet.)

Süd- und Mittelamerika

Argentinien: (2/1) Zwei AKW wurden in der Zeit der Militärregierung gebaut. Ein weiteres AKW ist in Bau. Das geplante Endlager in Patagonien wurde durch den Widerstand der Bevölkerung vor Ort verhindert. Uranabbau ist möglich.

Brasilien: (2/1/4) Die AKW wurden in der Militärregierungszeit angefangen zu bauen, durch Kooperationsverträge (1975) mit der BRD. Vier neue AKW sind angekündigt worden. Die Urananreicherungsanlage (UAA) ist fertiggestellt und soll wie in Gronau auch erweitert werden. Gegen diese UAA hat die USA erhebliche Bedenken und wirft Brasilien Atombombenpläne vor. Im brasilianischen Urwald gibt es u.a. eine Uranmine, in der illegal Uran abgebaut wird, aber die Behörden wissen nicht wo. Uranförderung findet statt.

Kuba: (0/2) Zwei AKW werden in Juragua seit 1982 gebaut. Es liegen keine weiteren Informationen über  den aktuellen Stand der Bauarbeiten vor. Möglicherweise sind sie eingestellt.

Mexiko: (2) Keine weiteren Planungen von AKW. Es liegen keine weiteren Informationen vor.

Nordamerika

USA: (104/0/1) Viele Atomkraftwerke sollen 60 Jahre laufen. Die Genehmigungsanträge dazu laufen. Einige wurden schon erteilt. Eine UAA für 1,1 Mrd. US Dollar ist geplant. Das geplante atomare hochaktive Endlager im US – Staat Nevada ist durch Gerichtsbeschluss gestoppt. Die DBE (Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH in der BRD) konzipierte auch das Anlagenkonzept für das US – Endlager. Zur Zeit wird der atomare Atommüll an den AKW – Standorten zwischengelagert. In einigen Fällen im Freien, sogar die „Kartoffelscheue“ in Gorleben ist da nicht vorhanden. Die meisten AKW stehen im Osten der USA und um die Großen Seen. Die „neue“ US – Regierung wird ab November 2004 darüber weiter entscheiden. Hoffentlich nicht die Bush – Regierung.

Kanada: (16) Keine weiteren Planungen von AKW bekannt. Uranabbau in der Provinz Saskatchewan im mittleren Westen von Kanada durch die Cameco ein Uranabbauunternehmen und Cogema. Ein Prozess gegen den Uranabbau wird zur Zeit durchgeführt. Die UrangegnerInnen in Saskatchewan brauchen jede Unterstützung, nicht nur Geld. Kontakt in der BRD: TransUranGernany@aol.com

Anti AKW Kontakte in Asien:

Allgemeine Infos über das Asienhaus Essen. Das Asienhaus ist eine unabhängige Stiftung:
www.asienhaus.org

Homepage Südasien:
https://images.trafficmp.com/tmpad/content/AdvertisingInt/advertising.html

Tibet: Hier Punkt 3 Umwelt
https://www.tibet-initiative.de/frames.html

Uranabbau:

WISE, Amsterdam, Uranium Projekt von Peter Diehl https://www.antenna.nl/wise/uranium/

Rundgang zum Uranabbau im Internet: wigatom@web.de

Eine Uranabbauausstellung zum Ausleihen: www.agurmine.de.vu

AK Umwelt Gronau: www.aku-gronau.de

Infoe Köln: www.jabiluka.de

Fotogalerie zu Uranabbau Indien:
www.fellowtraveller.org/here/india/adiasi/t1_jad.htm

2003 Annual Uranium Production [t U].

1. Canada 10457
2. Australia 7596
3. Kazakhstan 3300
4. Russland 3150
5. Niger 3143
6. Namibia 2036
7. Usbekistan 1770
8. USA 857
9. Ukraine 800
10. South Africa 758
11. China,cont’l 750
12. Czech Rep. 345
13. Brazil 310
14. India 230
15. Deutschland 150
16. Romania 90
17. Pakistan 45
18. Spain 30
19. Algeria 0
20. Argentina 0
21. Armenia 0
22. Belgium 0
Gesamt: 35 817

Der weltweite Uran-Bedarf für 2003 wird mit rund 66.000 [t U] berechnet. Der Fehlbedarf wird durch die Entnahmen aus Lagerbeständen sowie den Einsatz von MOX – Brennelementen gedeckt. Wie hoch die Lagerbestände sind ist nicht bekannt. In rund 30 Staaten gibt es 438 AKW, 651 Forschungsreaktoren und weitere 250 Atomanlagen, die Atombrennstoff produzieren. 107 AKW wurden weltweit stillgelegt, die eine durchschnittliche Lebensdauer von 21 Jahren hatten.

Dieter Kaufmann, Mitglied im Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt am Main im Dritte Welt Haus Frankfurt, Falkstr. 74, 60478 Frankfurt, Tel: 069 79201772, Bürozeit: Mo, Do 14.00 – 18.00 Uhr www.dwhffm.de

Stand: 12.11.2004

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